Unwetter und andere Schadenslagen

Das Ende des Kalten Krieges führte in den frühen 1990er-Jahren zu einem starken Abbau des Katastrophen- und Zivilschutzes in Europa, da man die Notwendigkeit weitgehend nicht mehr sah.

 

Die Verantwortung für Schutzmaßnahmen wurde auf regionale Verwaltungsebenen übertragen oder an freiwillige Projekte übergeben.

Da schnell erkannt wurde, dass es immer noch Situationen geben kann, die den normalen Rettungsdienst überfordern (zum Beispiel Naturkatastrophen oder in gewissen Ländern Kernkraftwerks- und Chemie-Unfälle), wurde mit relativ begrenzten Mitteln versucht, vorbereitende Maßnahmen zu treffen (zum Beispiel Gefahrenzonenplanung) und Hilfskräfte auch für größere Schadenslagen vorzuhalten.

 

Nach den Terroranschlägen in den Vereinigten Staaten im Jahr 2001 und den darauf folgenden Ereignissen sowie die Orkan- und Hochwasserkatastrophen ab der Jahrtausendwende (Oderhochwasser 1997, Elbehochwasser 2002) begann sich diese Entwicklung umzukehren.

 

Katastrophenschutz wurde wieder in größerem Zusammenhang gesehen.

 

FORSA hat im Auftrag der ALIANZ die Bundesbürger nach ihren Ängsten und dem Vertrauen in den Katastrophenschutz befragt.

Fast 90 % der Befragten vertrauen dem KS weil sie denken, dass der Katschutz eine eigenständige Organisation ist.

Die Zuständigkeiten in Deutschland sind geregelt – so auch der Einsatz der freiwilligen Feuerwehren und die Vorhaltung von Sonderausrüstungen.

Doch bei der Finanzierung zieht sich der Bund immer weiter zurück – der DFV und die kommunalen Spitzenverbände sehen hierin ein großes Problem.

 

Mit dem Wegfall des Ersatzdienstes im Katastrophenschutz verfestigen sich für den Katastrophenschutz zunehmend Probleme bei der Nachwuchsrekrutierung.

So prognostiziert beispielsweise das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung allein bei den Mitgliederzahlen der Freiwilligen Feuerwehren und des Rettungswesens einen Schwund um ein Viertel bis zum Jahr 2025.

Die Rekrutierungsprobleme werden zusätzlich verstärkt durch eine Diskrepanz zwischen den Strukturanforderungen der Hilfsorganisationen und den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten potentieller freiwilliger Helfer.

Katschutz in der Region MD - Bilder


Sirene oder WARN - APP

 

 

Sirenen dienten über viele Jahre hinweg dazu, die Bevölkerung vor Gefahren oder in Zeiten des Kalten Krieges vor Luftangriffen zu warnen.

 

Kurz nach der Wende wurden die Sirenen auf den Dächern abgebaut.

Denn mit dem Wegfall der Grenzen, waren auch alle Gefahren vom Tisch – also braucht man auch keine Sirenen mehr.

 

Heute wissen wir jedoch, dass es noch andere Bedrohungen geben kann, mit extrem kurzen Reaktionszeiten Deutschlandweit wird nun über die Rückkehr der Warngeräte debattiert.

Doch während in Leipzig derzeit über die Neu-Installation von Sirenen nachgedacht wird und in Dresden nach dem Hochwasser im Jahr 2002 sogar insgesamt 200 dieser Anlagen wieder neu aufgebaut worden sind, lehnt man in Halle die Sirenen ab.

 

Stattdessen setzt die Stadt weiterhin auf die Warnung der Bevölkerung mit Lautsprecherwagen.

 

Als ich diesen Bericht in der MZ las, dachte ich, ich wäre im falschen Film und legte alles zur Seite – bis ich dann den folgenden Beitrag bei Facebook fand:

 

Sirenenfreunde Südwestpfalz
 
23. November um 23:14

 

Hallo,

viele von Euch kennen sie und wissen sie auch zu schätzen - die WARN-APPs!

Ob KATWARN, NINA oder die WETTERWARNER-APP - praktisch sind sie allemal.

 

Aber sie können im Ernstfall nur zusätzliche Infos liefern. Oft sind im entscheidenden Moment die Netze überlastet, der Handyakku leer oder das Handy aus.

Genau hier kommt sie ins Spiel - die gute alte Sirene!

 

Wie die letzten Jahrzehnte bereits, versieht sie auch heute noch unermütlich ihren Dienst.

Gerade jetzt, wo in vielen Kommunen auf die digitale Alarmierung im 2m POCSAG-Verfahren umgestellt wird, sollte auch die Ansteuerungstechnik der Sirenen auf die neue Technik umgerüstet werden.

Trotz klammer Kassen - an dieser Stelle DARF und SOLL auf keinen Fall gespart werden.

 

Facebook-Beitrag Ende

Sirenensignale - Warnung der Bevölkerung

Testalarm im Jerichower Land

Am 13. September 2016 findet um 11 Uhr ein Probealarm im Landkreis Jerichower Land statt. Mit der Probealarmierung soll die Bevölkerung für das Sirenensignal -Allgemeine Warnung- sensibilisiert werden. Denn nur wer das Signal kennt, kann sich auch im Ernstfall entsprechend verhalten. Für den Probealarm werden alle 131 Sirenen im Landkreis ausgelöst.

 

Diese Meldung klingt zwar bedrohlich aber wenn eine Sirene installiert ist, muss die Funktionstüchtigkeit auch regelmäßig überprüft werden.

Am 13 September wurde durch den Landkreis ein Sirenentest zur „Warnung der Bevölkerung“ vorgenommen und pünktich um 11 Uhr erklangen alle 131 Sirenen.

 

„Das Sirenensignal ‚Warnung der Bevölkerung‘ wird getestet, damit es die Bürger stärker wahrnehmen und im Ernstfall auch richtig einordnen. Nur wer das Sirenensignal erkennt, kann sich auch entsprechend verhalten“, erklärt Kreissprecherin Claudia Hopf-Koßmann die Notwendigkeit der Maßnahme.

Ein Ernstfall könnten in diesem Zusammenhang beispielsweise Überschwemmungen bei Deichbrüchen oder Freisetzungen von chemischen Stoffen in großem Maß sein.

„Um auf solche Gefahrenlagen und großen Schadensereignissen großflächig aufmerksam zu machen, werden im Landkreis auch Sirenen eingesetzt“, erklärt Hopf-Koßmann.

Das ausgewählte Datum sei allerdings nur willkürlich gewählt und hätte laut Kreissprecherin keinerlei Bedeutung.

 

Große Bedeutung habe aber das Signal, wenn es bei einem Ernstfall gehört wird. In erster Linie soll dann dennoch Ruhe bewahrt werden. Der Bund und die Länder nutzen bei derartigen Schadensereignissen Rundfunk und Fernsehen zur Sendung von amtlichen Gefahrendurchsagen für die Bevölkerung. „Dementsprechend wird in einer solchen Situation geraten, Wohnungen oder andere Gebäude aufzusuchen, Fenster und Türen zu schließen sowie das Radio einzuschalten und auf die Durchsagen zu achten“, erklärt Hopf-Koßmann.

 

Das Sirenensignal „Warnung der Bevölkerung“ existiert bereits seit vielen Jahrzehnten, wann es das letzte Mal im Landkreis getestet wurde, könne nicht mehr rekonstruiert werden, heißt es aus der Kreisverwaltung. Da bislang kein Rhythmus für das Sirenensignal festgelegt wurde, gibt es Überlegungen das Signal einmal im Jahr zu testen. Insgesamt werden im Jerichower Land dann am 13. September 131 Sirenen erklingen

 

 

 

Variante - Landkreis Börde

Ganz anders wurde das Problem im Nachbarkreis – dem Landkreis Börde – gelöst.

 

Hier sind derzeit 262 Sirenen im Betrieb und im nächsten Jahr kommen noch weitere dazu.

Die Alarmierung der Feuerwehren erfolgt im Einsatzfall über digitale Funkalarmempfänger und parallel laufen die Sirenen 3 x 15 sec.

 

Jeden Mittwoch werden um 13:00 alle Pieper und jeden Samstag von 10:00 bis 12:00 alle Sirenen im Landkreis Börde getestet.

So wird sichergestellt, dass die Bevölkerung im Ernstfall flächendeckend gewarnt werden kann.

 

Rund 30 Prozent der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern können im Katastrophenfall nicht per Sirenensignal „geweckt“ werden.

Der Grund: In den kreisfreien und ehemals kreisfreien Städten Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Wismar, Stralsund und Greifswald sind in der Vergangenheit die meisten Sirenen abgebaut worden, weil es dort eine Berufsfeuerwehr gibt.

Dass hier eventuell auch Einwohner zu warnen sind, hat man wohl ganz vergessen

 

Die Zahl der Sirenen ist in Sachsen-Anhalt seit den 90er Jahren massiv zurückgegangen.

In den letzten zehn Jahren hat sich die Lage stabilisiert. Aktuell können von knapp über 2.100 Sirenenstandorten aus nicht nur Einsatzkräfte alarmiert, sondern auch die Bevölkerung vor Gefahren gewarnt werden

Dabei fällt auf, dass einzelne Landkreise ein sehr dichtes Sirenennetz unterhalten; die Stadt Halle verzichtet dagegen im Unterschied zu Magdeburg und Dessau-Roßlau vollständig auf Sirenen.