gemeinsam sind wir stark

Die Feuerwehren Sachsen-Anhalt

Manchmal wird es warm

Die Unterstützer

Retter unter Blaulicht

nicht trocken laufen lassen

Die Feuerwehrhistorik

ohne Frauen geht's nicht

Deutsche Meisterschaften Rostock 2016 Teil 2

warnmeldungen - aktuell



keine Frage bleibt offen


Nina + Sirene + Feuerwehr

Wenn in den 70er oder 80er jemand vom Klimawandel sprach und ein verstärktes Unwetterpotential voraussagte, wurde er belächelt und als Ökofreak abgestempelt.

Kaum jemand wusste, wer oder was „EL NINJO“ war und regelmäßig auftretende Orkane – über Deutschland – waren ebenfalls undenkbar.

Aber spätestens mit dem 18.01.2007 dürfte wohl auch dem letzten Optimisten klar sein, dass die Änderung des Wetters nicht kurz bevorsteht, sondern bereits in vollem Gange ist. Unwetter hinterließen in den letzten Jahren Schäden, die im Ergebnis immer öfter zur Ausrufung des Katastrophenfalles führten.

 

Wir schreiben das Jahr 2017

 

Vor nunmehr 10 Jahren hat uns „Kyrill“ die Augen geöffnet und uns als Katastrophenschützer vor Ort gezeigt, dass wir gegen die Kräfte der Natur direkt nichts ausrichten können.

Aber im Vorfeld und bei Aufräumarbeiten bildeten - und bilden auch weiterhin - die Feuerwehren das Rückgrat des Katastrophenschutzes.

„Kyrill“ zeigte uns aber auch Schwachstellen auf, die ich Euch unbedingt vorstellen möchte, damit Ihr in Eurem Bereich Vergleiche ziehen könnt.

Ich nehme hier bewusst die Geschehnisse dem Bereich Sülzetal als Beispiel, denn ich war zum damaligen Zeitpunkt der Bürgermeister und somit auch aussagefähig zu Schwachstellen, die bis heute nicht abgearbeitet sind.

Wie gewohnt, wurde ich am 16.01.2007 von der Leitstelle über eine mögliche Wetteränderung im LSA für die darauffolgenden Tage informiert.

Diese Meldung des Deutschen Wetterdienstes wurde ständig aktualisiert aber auch am 18.01.07 – gegen Mittag – wussten wir noch nicht, was uns da am Abend treffen würde.

Da es auch aus dem Landratsamt keine anderen Informationen gab, gingen die Wehrleiter davon aus, dass wir zwar einen starken Sturm zu erwarten hatten aber wir warten ab und lassen uns nicht verrückt machen.

Wenn man uns braucht, wird man uns alarmieren.

 

Kurz nach 16:00 erhielt ich einen Anruf von einem Rundfunkredakteur, der teilte mir mit, dass wir zwischen 17:00 und 17:45 mit dem Schlimmsten rechnen sollten.

Ich gab diese Info weiter.

Als dann bis 17:45 wieder nichts passierte, hatte ich die Lacher auf meiner Seite.

 

Ich rief meinen Freund im Sender an und erhielt die Antwort: „Sorry, Kyrill hat etwas Verspätung – hat aber auch an Stärke zugelegt – zieht Euch warm an!“

3 Minuten später walzte irgendetwas über uns weg – es krachte – Dächer flogen durch die Luft – Kyrill war angekommen und sollte auch noch etwas bleiben. Ein paar Minuten später brach die Stromversorgung zusammen.

Ich fuhr mit meiner Frau und meiner Tochter ins Gerätehaus denn hier hatten wir eine Notstromversorgung deshalb sollte sich hier nachdem Sturm die TEL treffen, um in der Nacht noch mit der Beräumung der Straßen zu beginnen und die Prioritätenliste für die nächsten Tage festzulegen.

Doch es kam mal wieder alles anders. Durch den Stromausfall funktionierten weder die Umsetzer für die Funkgeräte noch die Funkmasten für die Handys.

Wir konnten nicht kommunizieren, hatten keine Info zur Lage in den anderen Orten und wenn man aus dem Fenster sah, hörte man den Sturm - es war gespenstisch.

Alles war dunkel, nur das Feuerwehrhaus und das Flachglaswerk waren hell erleuchtet. Ich war schon etwas verwundert, denn bevor diese riesigen Notstromgeneratoren soweit hochgefahren sind, dass auch die letzte Lampe leuchtet, vergehen einige Stunden …….??

 

Die Antwort auf unsere Frage erhielten wir vom Netzmeister der AVACON, der gerade das Gerätehaus der Feuerwehr Osterweddingen betrat.

Er erklärte uns, dass alle 4 Hochspannungsleitungen vom Netz genommen werden mussten, da der Orkan allein in unserem Bereich über 20 – dieser riesigen Masten – abgeknickt hatte – wie Streichhölzer.

 

„ Wir werden etwa 4 bis 5 Tage brauchen, bis wir alle Haushalte wieder versorgen können!“ – so der Netzmeister.

 

Wir brauchten also mehrere Objekte – in denen wir Leute unterbringen und verpflegen konnten. Wir entschieden uns für die Schulen – jetzt brauchten wir nur noch große Stromerzeuger vom THW oder von der BW und die Sache war klar.

 

Ob der Landrat inzwischen den Katastrophenfall ausgerufen hatte wusste keiner, denn wir hatten noch keine Verbindung mit unserer Leitstelle. Also fuhren der Gemeindewehrleiter und ich als Bürgermeister nach OC.

 

„Aber warum hatte das Flachglaswerk die Nase so weit vorn?“ Diese Frage stand noch im Raum und ist ganz simple zu beantworten.

 

- Flachglas Osterweddingen wird von Euroglas Haldensleben verwaltet

 

- Die Leitstelle Haldensleben war schon sehr früh in der Lage, konkrete Infos zur Unwetterlage weiterzugeben

 

– davon profitieren natürlich auch die Firmen

 

- Durch die Einführung von e – message war die Leitstelle auch in der Lage Wehren zu alarmieren, wo wir nicht einmal funken konnten


Die bis hier gemachten Ausführungen sollen deutlich machen, dass es durchaus möglich ist, mit einer Nachrichten-App die Bevölkerung und die Wirtschaftsunternehmen einer gesamten Region in kürzester Zeit effektiv mit Informationen im Katastrophenfall zu informieren.

 

Natürlich stehen unsere Bedenkenträger auch schon wieder auf der Matte, um uns klar zu machen was alles nicht geht, wenn das Stromnetz großflächig zusammenbricht?

Mit Verlaub, möchte ich darauf gleich antworten:

In den letzten 62 Jahren habe ich es ein einziges mal erlebt also kann ich davon ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Totalausfalles in den nächsten Jahren wohl eher sehr gering sein dürfte.

Der richtige Schritt - Magdeburg ist dabei !!

Seit September nutzt Magdeburg die App „Nina“ für Katastrophenfälle.

 

Nina ist die Kurzform für „Notfall-Informations- und Nachrichten-App“. Mit dieser kostenlosen Smartphone-App bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Notsituationen schnelle Unterstützung für die Bevölkerung.

Erfasst werden Ereignisse wie Hochwasser, Unwetter oder Fälle des Zivilschutzes. Auch bei Großbränden werden so Informationen an die Bevölkerung gegeben.

 

Die Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen-Anhalt können über das Lagezentrum der Landesregierung Meldungen in das Modulare Warnsystem (MoWas) des Bundes einspeisen lassen. Dieses System hat einige Schnittstellen und spricht unter anderem Medienbetreiber wie Radio und TV-Sender sowie die App NINA an.

 

Die App wurde beim Großbrand der Industriehalle am Sonntag in der Freien Straße erstmals eingesetzt.

Das bestätigte der zuständige Beigeordnete der Stadt, Holger Platz, auf einer Veranstaltung des Seniorenbeirates.

Der Beigeordnete sowie Brandamtmann Thorsten Seitter von der Magdeburger Feuerwehr stellten auf Einladung des Gremiums die App bei dem Treffen des Seniorenbeirates erstmals vor.

Dieser hielt seine erste Sitzung im neuen Jahr ab.

 

Am Sonntag publizierte Nina im Zusammenhang mit dem Großfeuer drei Meldungen, unter anderem den Hinweis für die Anwohner, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Generell funktioniert die App wie folgt: Warnungen und Entwarnungen werden direkt von den Leitstellen der Katastrophenschutzbehörde zum Zivilschutz, vom Deutschen Wetterdienst zu Unwettermeldungen und von den Wasser- und Schifffahrtsämtern zu Hochwassergefahrenstellen herausgegeben.

Brandamtmann Thorsten Seitter betont: „Natürlich gibt es Konkurrenz-Angebote. Nina ist bisher jedoch als einzige an das Modulare Warnsystem des Bundes geknüpft und wird deshalb von den zuständigen Ministerien empfohlen.“ Orte, über die man informiert werden möchte, können manuell über die Favoritenliste hinzugefügt werden.

 

Wer der App Zugriff auf seinen Standort erlaubt, wird automatisch für die Region des Aufenthaltsortes informiert.

Grundvoraussetzung dafür ist eingeschaltetes mobiles Netz.

Die App bezieht ihre Informationen nämlich über einen Server der Leitstellen aus dem Internet.

Vergangene Meldungen werden sofort ausgestellt und können nicht in einer Historie eingesehen werden.

Die App kann außerdem zur Risikoinformation genutzt werden. Sie klärt zum Beispiel auf, was bei einem Brand zu tun ist, oder passend zur Empfehlung der Bundesregierung aus dem letzten Jahr, welche Lebensmittel man zu Hause bevorraten sollte.

 

Natürlich ist die App nur als eine Art Ergänzung für die Notfall-Information gedacht, es werden weiterhin klassische Informationsquellen wie Tageszeitung, Fernsehen, Hörfunk, Lautsprecherautos, die Telefon - Hotline im Katastrophenfall oder die Internetseite www.warnung.bund.de genutzt.

Jedoch hat die App einen entscheidenden Vorteil: Sie ist besonders nutzerfreundlich. Sie bietet nicht nur alle wichtigen Informationen aktuell und kompakt an, sondern sorgt mit einer Kartenansicht aller betroffenen Regionen für Übersichtlichkeit.

 

Der Seniorenbeirat freute sich über die erste öffentliche Präsentation der App in ihrem Gremium. Die Senioren nutzten die Chance, viele Fragen zu stellen. So wollten sie wissen, ob die App auch über Katastrophenfälle an den Landesgrenzen Deutschlands informiert, beispielsweise bei einem Unfall in einem Kernkraftwerk.

Sobald die Landesministerien ein Ereignis als Gefahr für die hiesige Bevölkerung einstufen, informiere Nina selbstverständlich auch darüber, erklärte Thorsten Seitter. Beigeordneter Holger Platz kündigte an, die App in Zukunft noch mehr zu bewerben, um eine breite Anwendung bei den Magdeburgern zu erreichen. Zurzeit ist die App nur für Android- und iOS-Geräte verfügbar, das System befindet sich jedoch in der Weiterentwicklung, sodass in Zukunft wohl auch bald Windows Phones und Blackberrys bedient werden können.